Nonsense-Lyrik

Wissen Sie eigentlich, wie entspannend es sein kann, Nonsense-Lyrik zu schreiben?
Ich habe es selbst ausprobiert.
Vielleicht haben Sie ebenfalls Lust dazu!

 

Wer führt im Winter schon
Ein Eichhörnchen spazieren
Es kann Zufall sein
Dass du mich anlächelst
Aber ich glaube nicht ans Glück

Obwohl kein Strafzettel
An meinem Wagen hängt
Und die Feuerwehr nicht
Aus der Einfahrt musste

Nach drei Jahren Ehe
Hatten wir zwei Kinder
Ich dachte, ich könnte fliegen
Du sagtest: Zuerst isst du dein Ei

Krieg in mir

Liebe Lesende und Schreibende,

heute möchte ich Sie gerne mit dem Gedicht einer jungen Autorin vertraut machen, das mich tief berührt und beeindruckt hat und für das mir die Autorin freundlicherweise die Genehmigung zur Publikation gegeben hat. Vielleicht sind Sie ebenso angerührt von den Worten der jungen Lyrikerin und lassen sich davon sogar zu einem eigenen Gedicht inspirieren.

Krieg in mir

Bei Krieg
denken alle immer gleich
an ein Schlachtfeld,
verwüstete Städte,
Leichenberge,
Rauch.
Doch ich denke
an den Krieg
in mir.
Den Krieg
von Gedanken und Gefühlen,
die ich nicht erklären kann.
Sie bekriegen sich,
egal, welche Opfer es kostet.
Ich kann nichts dagegen tun,
außer dasitzen
und weinen,
zittern und schreien.
Meine Träume
sind die Opfer dieses Krieges.
Sie fallen zu Boden
wie erschossene Soldaten.
Es sind tausende Stimmen in mir
laut wie Bomben.
Im Hintergrund verzweifelte Schreie
und verbittertes Weinen.
Alles vermischt sich
mit meinem eigenen Empfinden.
Alles vermischt sich
zu einer lauten dröhnenden Masse.
Meine Ohren pochen,
die Bomben explodieren.
Egal, wie fest
ich mir die Ohren zuhalte,
die Stimmen werden nicht leiser.
Der Krieg geht immer weiter.
Irgendwann ist der Krieg
hoffentlich vorbei.
Egal, wie hoch der Preis dafür ist.
Hauptsache, es ist vorbei.
Das Weinen, vorbei.
Das Schreien, vorbei.
Die Schmerzen, vorbei.

 

Maya Heilemann, 9. Jahrgangsstufe IGS Bothfeld

Der Text entstand für die Veranstaltung
PeaceSlam in der St. Nicolai-Kirche in Bothfeld.

Ihr früheres Kind

Irvin D. Yalom schreibt in seinen Memoiren „Wie man wird, was man ist“ über sich selbst als Kind (S. 42): „In der Rückschau spüre ich zärtliche Zuneigung zu diesem einsamen, verängstigten und zielstrebigen kleinen Jungen und staune, dass er ohne Ermutigung, Vorbilder oder Anleitung irgendwie seinen Weg gemacht hat.“

Wie geht es Ihnen, wenn Sie an sich als Kind denken?
Wenn Sie mögen, schreiben Sie darüber.

Nothing right

Heute bin ich beim Joggen auf einen Wegweiser gestoßen:

„When nothing goes right go left.“

Und ich dachte, wie schön wäre es, wenn man auf die Widrigkeiten des Lebens mit humorvollem Pragmatismus reagieren könnte.

Wie gehen Sie mit den Widrigkeiten des Lebens um?

Vielleicht möchten Sie die Frage als Schreibimpuls nehmen.

Mindful

Eine Freundin hat mir eine wunderbare Karte gesendet, auf der steht:

„Be mindful even if your mind is full“.

Dazu hat sie mir für die Sommerleichtigekit eine Lieblingssommerliste gesendet, auf der so schöne Punkte stehen wie:

  • Maikäfer entdecken
  • Kaffeeklatsch im Sonnenschein
  • sich selbst Mut zusprechen
  • Abschiedsküsse
  • Die Farbe Blau in allen Schattierungen

Was könnte auf Ihrer Lieblingssommerliste stehen?

Das Schwierigste

Neben dem „Geduldigsein“ vielleicht das Schwierigste im Leben, nichts zu wollen und nichts zu erwarten, aber offen für alles zu sein.

Wie geht es Ihnen damit? Vielleicht mögen Sie dazu ein wenig schreiben – ohne etwas zu erwarten und zu wollen.

DLF: In digitalen Zeiten

DEUTSCHLANDFUNK: Wissenschaft und Bildung
Lebenszeit
Freitag, 18.05.2018; 10.10 - 11:30 Uhr

Redaktion: Andreas Stopp und Michael Roehl

In digitalen Zeiten

Gibt es eine Renaissance der Handschrift?

Eine Sendung von Dörte Hinrichs und Petra Ensminger (Moderation)

Wozu noch zum Füller greifen, wenn Texte doch viel leserlicher getippt werden können? Wozu noch Postkarten oder Briefe schreiben, wenn doch viel schneller eine E-Mail oder WhatsApp verschickt ist? So denken nicht wenige. Aber es gibt auch andere, die der Handschrift gerade in digitalen Zeiten viel abgewinnen können.

Gerade weil Menschen heute so viel Zeit vor Bildschirmen und Tastaturen verbringen, boomt seit einigen Jahren das „Handlettering“, die kunstvolle Schönschrift: Schwungvolle, handgeschriebene Schriftzüge zieren Buchcover, Menükarten oder Hochzeitseinladungen. Und neben professionellen Grafikern wollen sich auch wieder mehr Laien eine unverwechselbare, individuelle Handschrift erarbeiten.

Wann greifen Sie noch zu Stift und Papier, welche Erfahrungen und Erinnerungen verbinden Sie mit Handgeschriebenem?

Unsere Gäste:
Maria-Anna Schulze Brüning, Lehrerin und Autorin des Buches „Wer nicht schreibt bleibt dumm. Warum unsere Kinder ohne Handschrift das Denken verlernen“,

Prof. Dr. med. Silke Heimes, Hochschule Darmstadt, Fachbereich Media, Poesietherapeutin und Autorin,

Chris Campe, Kommunikationsdesignerin und Expertin für Handlettering,

im Telefoninterview:

Dr. Ulrich von Bülow, Leiter der Abteilung „Archiv“ beim Deutschen Literaturarchiv Marbach.

Sie können sich beteiligen, indem Sie uns anrufen unter der kostenfreien Telefonnummer 00800 4464 4464, eine E-Mail schreiben an lebenszeit@deutschlandfunk.de oder uns gerne in Handschrift ein Fax schicken an 00800 44 64 44 65.