Schreiben in Beziehungen

Noch eine kleine Anregung aus dem Buch „Du – Ich – Wir. Kreatives Schreiben für die Liebe“ gefällig?

Dann geht’s los:

Sie sehen Ihren Partner mit einem fremden Mann, beziehungsweise einer fremden Frau in einem Restaurant in einem scheinbar vertrauten Gespräch. Ihr Partner hat Ihnen nichts von diesem Treffen erzählt. Was denken und empfinden Sie? Was glauben Sie, wer der andere ist und warum die beiden so vertraut wirken.

Schreiben Sie in dem Text auch etwas darüber, wie Sie sich verhalten werden. Ob Sie Ihren Partner darauf ansprechen oder es auf sich beruhen lassen. Ob Sie weiter darüber nachgrübeln oder das Gesehene vergessen können.

Die Sinnfrage

„Jeder Kreatur ist darauf angewiesen, im Chaos der Welt, in der Kakaphonie von Lauten, Farben und Gerüchen, Muster zu entdecken.“ (Quelle: Was gibt dem Leben Sinn, Geo Wissen, Nr. 53, S. 59)

Was gibt Ihrem Leben Sinn?

Du – Ich – Wir. Kreatives Schreiben für die Liebe

Das neue Buch ist erschienen! Mehr dazu auf der Seite Sachbücher.

Und hier exklusiv eine kleine Übung daraus

Liebe, ein abstraktes Ding?

Woran erkennen Sie, dass Ihr Partner Sie liebt? Wie zeigen Sie Ihrem Partner, dass Sie ihn lieben? Schreiben Sie zu beiden Fragen einen kleinen Text auf separaten Blättern und mit einer kurzen Pause zwischen dem Schreiben.

Danach nehmen Sie ein weiteres Blatt und schreiben, welche Zeichen der Liebe, Sie sich von Ihrem Partner wünschen. Versuchen Sie, so konkret wie möglich zu sein und klare Botschaften zu formulieren.

Zu schön, um wahr zu sein

Heute sagte ein Immoblienmakler zu mir: „Wenn Sie ein Angebot finden, das zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist es auch nicht wahr“.

Wie wahr!

Was haben Sie zuletzt erlebt, was zu schön war, um wahr zu sein?

Schreiben Sie eine Geschichte darüber.

Eigentlich …

„Ich bin nämlich eigentlich ganz anders, aber ich komme nur so selten dazu.“ (Ödon von Horváth)

Und wie sind Sie eigentlich?

Ich bin nämlich eigentlich ganz anders ….

Steilvorlage zum Weiterschreiben.

Werden auch Sie zum Bibliomantiker

In vielen Kulturen wurde und wird die sogenannte Bibliomantik praktiziert. Man schlägt ein Buch an einer zufälligen Stelle auf und deutet blind auf eine Zeile. Aus den Worten, die dort stehen, lässt sich dann die Zukunft vorhersagen. Meist stellt man vorher noch eine konkrete, die Zukunft betreffende Frage. Diese Art der Wahrsagung haben schon die alten Griechen praktiziert, wobei sie oft Homers Werke, meist die Ilias, zurate zogen. Aber auch die Römer betrieben Bibliomantik mit Vergil und im Mittelalter nahmen die Menschen oft die Bibel für ihre bibliomantischen Vorhersagen. Der Überlieferung zufolge soll sich der viktorianische Dichter Robert Browning ebenfalls der Bibliomantik bedient haben, als es um die Frage ging, ob seiner Beziehung zu Elizabeth Bishop Glück beschieden sein würde. Dafür nahm er ein beliebiges Buch aus dem Regal – ausgerechnet eine italienische Grammatik – und schlug es zufällig an irgendeiner Stelle auf. Dort stand: „Wenn wir in der anderen Welt so lieben wie in dieser; werde ich Dich bis in alle Ewigkeit lieben.“ Es handelte sich um eine Übersetzungsübung, genauso gut hätte er auf die Deklination eines Verbs treffen können[1]. Das nenne ich wahrhaftiges Zutrauen in die Weisheit der Bücher.

[1] Forsyth M (2015) Lob der guten Buchhandlung oder vom Glück, das zu finden, wonach Sie gar nicht gesucht haben. FFM: Fischer, S. 22-23

Lassen Sie sich nicht abhalten!

„Wenn ich die ganze Nacht wach gelegen bin und mich darauf gefreut habe, die Blumen zu giessen, lasse ich mich von dem bisschen Regen nicht daran hindern.“ (Pippi Langstrumpf in strömendem Regen mit Gummistiefeln und Regenschirm beim Gießen ihres Gartens)

aus einem Interview zur Bibliotherapie mit der Psychologin Ina Tilman, die es den Lesern als heilsames Zitat schenkt

Die Bereitschaft zur Wahrnehmung

In der Annahme, Schreiben habe mit der Bereitschaft zur Wahrnehmung zu tun, ließ Adolf Muschg Studierende eines Schreibseminars eine Übung aus der Gestalt-Therapie durchführen[1]. Die Aufgabe, die er damals stellte und die ich nun Ihnen stellen möchte, besteht darin, sich nackt in einem Spiegel anzureden und zu notieren, was man bei dieser Begegnung sieht, wie man sich erlebt, was man an sich findet und wie die Tatsache, dass man darüber Buch führt, diese Sicht beeinflusst.

[1] Muschg, A. (1981) Literatur als Therapie? Ein Exkurs über das Heilsame und das Unheilbare. Frankfurt/Main: Suhrkamp, S. 40