Nicht nachgeben

„Niemals habe ich nachgegeben. Ich habe, was meine Schriftstellerei angeht, einen stark ausgeprägten Willen, und ich werde den Weg gehen, der mir der richtige zu sein scheint.“ (Simenon im Interview über seine Tätigkeit als Schriftsteller)

Ich werde den Weg gehen, der mir der richtige zu sein scheint. Gibt es einen Bereich in Ihrem Leben, auf den dieser Satz zutrifft? Einen Weg, den Sie gegen alle Widerstände gehen oder zu gehen gedenken? Vielleicht mögen Sie einen Text dazu schreiben.

Dumm, aber zufrieden?

„Es ist besser, ein unzufriedener Mensch zu sein, als ein zufriedenes Schwein, besser ein unzufriedener Sokrates, als ein zufriedener Narr.“ (John Stuart Mills)

Was denken Sie: Lieber die Tür zur Erkenntnis aufstoßen oder sogar aufzwingen oder besser unwissend, aber (halb-) zufrieden sein?

Vielleicht mögen Sie dazu einen unperfekten Text schreiben, weil …

„Perfektion ist Lähmung.“ (Winston Churchill)

Wie wirklich sind wir?

„Wer beginnt, ‚Ich‘ zu sagen, der hat die unsichtbare Welt schon betreten, weil wir alle keine Beweise für uns haben. Weil wir uns alle still und heimlich darauf verlassen, wirklich zu sein.“ (Esther Maria Magnis)

Was  verbinden Sie mit ‚Ich‘?
Worauf verlassen Sie sich?

Wie wirklich sind wir?

Das Loch in der Straße

Vielleicht kennen Sie folgenden Text, der auf einem Lied von Portia Nelson (There is a hole in my sidewalk) basiert:

Ich gehe eine Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren.
… Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder hinauszukommen.

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich falle schon wieder hinein…
aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine Schuld.
Ich komme auch sofort wieder heraus.

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich gehe darum herum.

Ich gehe eine andere Straße.

Schreibimpuls: Auf welcher Straße sind Sie aktuell unterwegs?

Netz mit Löchern

„… und, so Gott will, mir zu der Geschichte verhilft, die ich schreiben will … ich knüpfe immerfort, unbewußt aber doch zielstrebig an einem Netz, in dem die Zufälle des Lebens ihren Platz finden und eines Tages als Muster, als mein Muster kenntlich werden.“

(Monika Maron 2006)

Ruhe und Stille oder Motorausfall?

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was es bedeuten würde, gar nichts (mehr) zu wollen? Wie würde sich das anfühlen? Wäre es ruhig und still? Oder würde eine wichtige Triebkraft verloren gehen? Ist es nicht das Wollen, das uns Weitergehen lässt, uns eine Richtung gibt?

Schon, wenn Sie denken: „Ich will gar nichts mehr, nur meine Ruhe“ würde diesem Satz ein Wollen innewohnen. Ist das Wollen dem Menschen inhärent? Das Wollen dem Wünschen verwandt, nur stärker?

Vielleicht versuchen Sie sich schriftlich an diesem Gedankenexperiment, beginnend mit dem Satzanfang: „Ich will gar nichts …“

Jeder Mensch ist eine einzigartige Erzählung

„Um wir selbst zu sein, müssen wir uns selbst haben; wir müssen unsere Lebensgeschichte besitzen oder sie, wenn nötig, wieder in Besitz nehmen. Wir müssen uns erinnern an unsere innere Geschichte, an uns selbst. Der Mensch braucht eine solche fortlaufende innere Geschichte, um seine Identität, sein Selbst zu bewahren.“

(Oliver Sacks)

Angenommen es ginge einmal nicht ums Geld …

Stellen Sie sich vor, Sie haben ausreichend Geld, um davon leben zu können. Nicht so viel Geld, als dass Sie damit große Sprünge machen könnten, aber für ein bescheidenes Leben ist genug da – bis zum Lebensende.

Wie und wo würden Sie leben wollen? Was würden Sie machen wollen – zumal für Sie in dieser phantasierten Situtaion keine Notwendigkeit besteht, Ihren Lebensunterhalt zu verdienen … Schreiben Sie einen Text dazu.

Utopisch? Mag sein – kann aber helfen, Prioritäten zu klären.