Krieg in mir

Liebe Lesende und Schreibende,

heute möchte ich Sie gerne mit dem Gedicht einer jungen Autorin vertraut machen, das mich tief berührt und beeindruckt hat und für das mir die Autorin freundlicherweise die Genehmigung zur Publikation gegeben hat. Vielleicht sind Sie ebenso angerührt von den Worten der jungen Lyrikerin und lassen sich davon sogar zu einem eigenen Gedicht inspirieren.

Krieg in mir

Bei Krieg
denken alle immer gleich
an ein Schlachtfeld,
verwüstete Städte,
Leichenberge,
Rauch.
Doch ich denke
an den Krieg
in mir.
Den Krieg
von Gedanken und Gefühlen,
die ich nicht erklären kann.
Sie bekriegen sich,
egal, welche Opfer es kostet.
Ich kann nichts dagegen tun,
außer dasitzen
und weinen,
zittern und schreien.
Meine Träume
sind die Opfer dieses Krieges.
Sie fallen zu Boden
wie erschossene Soldaten.
Es sind tausende Stimmen in mir
laut wie Bomben.
Im Hintergrund verzweifelte Schreie
und verbittertes Weinen.
Alles vermischt sich
mit meinem eigenen Empfinden.
Alles vermischt sich
zu einer lauten dröhnenden Masse.
Meine Ohren pochen,
die Bomben explodieren.
Egal, wie fest
ich mir die Ohren zuhalte,
die Stimmen werden nicht leiser.
Der Krieg geht immer weiter.
Irgendwann ist der Krieg
hoffentlich vorbei.
Egal, wie hoch der Preis dafür ist.
Hauptsache, es ist vorbei.
Das Weinen, vorbei.
Das Schreien, vorbei.
Die Schmerzen, vorbei.

 

Maya Heilemann, 9. Jahrgangsstufe IGS Bothfeld

Der Text entstand für die Veranstaltung
PeaceSlam in der St. Nicolai-Kirche in Bothfeld.