Darmstädter Krimitage werden immer noch besser

Michael Kibler moderierte wie immer souverän den Mittwochabend der Darmstädter Krimitage 2017 und überraschte mit Details aus dem Leben von Ingrid Noll und Simone Buchholz. Frau Nolls erster Roman, der von der Presse hoch gelobt wurde, u.a. wegen seiner originellen Sprache und seines erfrischend unkonventionellen Plots, sei nur deswegen geworden, so Frau Noll, weil sie die Gesetze des Krimischreibens damals noch nicht gut genug kannte, um sich an die Konventionen zu halten. Solche spannenden Details erfährt man auf keinem Klappentext, sondern nur live in Bessungen, auf dem roten Plüschsofa, auf dem auch Simone Buchholz ein wenig ins Schwitzen kam, als Michael Kibler die Ratgeber erwähnte, die sie neben ihren Krimis geschrieben hatte und deren Titel so sprechend sind, wie der Inhalt sein dürfte Der Trick ist zu atmen: Erste Liebe, erster Sex und wie du beides überlebst. Vom Schreiben leben zu können, sei eben das Wichtige, erklärte Simone Buchholz und dafür müsse man manchmal eben Bücher schreiben, die einem nicht unbedingt aus der Seele sprechen. Der Saal der Bessunger Knabenschule war wie immer bis auf den letzten Platz gefüllt und die Atmosphäre, obwohl öffentlich, war zugleich mal wieder kriminell privat. Die Darmstädter Krimitage sind damit kein Geheimtipp mehr, aber definitiv noch immer ein Tipp!