Wie wirklich sind wir?

„Wer beginnt, ‚Ich‘ zu sagen, der hat die unsichtbare Welt schon betreten, weil wir alle keine Beweise für uns haben. Weil wir uns alle still und heimlich darauf verlassen, wirklich zu sein.“ (Esther Maria Magnis)

Was  verbinden Sie mit ‚Ich‘?
Worauf verlassen Sie sich?

Wie wirklich sind wir?

Nebel

als ich heute morgen erwachte

Nebel

als ich auf die Straße ging

Nebel

jetzt, da ich wieder zu Hause bin

Nebel

und wie geht es Ihnen?

to do or not to do

Bildschirmfoto 2015-11-25 um 13.02.30

Ist das nicht toll? Was ist mir Ihrem Merkzettel? Gibt es etwas, das Sie bedenkenlos streichen können? Oder können Sie etwas abgeben? Ist wirklich alles dringend und nötig?

Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, Ihre Gedanken dazu schriftlich festzuhalten – vielleicht sogar über ein paar Tage hinweg.

Am See

„Oft, während ich hier sitze, immer öfter wundert es mich, warum wir nicht einfach aufbrechen – wohin?
Es genügte, wenn man den Mut hätte, jene Art von Hoffnung abzuwerfen, die nur Aufschub bedeutet, Ausrede gegenüber jeder Gegenwart, die verfängliche Hoffnung auf den Feierabend und das Wochenende, die lebenslängliche Hoffnung auf das nächste Mal, aus das Jenseits – es genügte, den Hunderttausend versklavter Seelen, die jetzt an ihren Pültchen hocken, diese Art von Hoffnung auszublasen: Groß wäre das Entsetzen, groß und wirklich die Verwandlung.“ (Max Frisch)

Val McDermid in Groß-Umstadt

That’s truly a sensation! Val bekennt, eine Deutschlandreisende zu sein – doch Groß-Umstadt sei auch für sie eine Erfahrung der besonderen Art. Schon die Anreise war ein Erlebnis: Landschaft pur und das für Val, die Landschaften als eines der tragenden Elemente sieht. Sinnliche und atmosphärisch dichte Schauplätze, starke Charaktere und ein glaubwürdiger Plot, das seien die drei Essentials eines guten Romans. Der Erfolg ihrer Bücher gibt ihr Recht. 29 Bücher hat die schottische Autorin schon geschrieben. Dass sie schottisch ist, betont sie, schließlich ist es in ihrem Geschäft nicht unerheblich, einen schwarzen Humor zu haben. Was sie immer noch am Krimischreiben reizt: „There are a lot of people I still want to kill.“ Dann wird sie ernster: Krimis haben Hochkonjunktur, nicht zuletzt, weil sie auf dem literarischen Parkett längst salonfähig geworden sind. Hochkomplexe Plots, multiple Perspektiven und eine ausgefeilte Sprache. Das sei es, was die heutigen Krimis von früheren Krimis unterscheide und so attraktiv mache. Manche Kriminalfälle reifen über Jahre hinweg in Vals Kopf, bis sie die richtige Sprache für sie findet, den richtigen Zugang – bis alle Puzzleteile an ihren Platz fallen. Ein weiteres Geheimnis, das sie uns verrät. Sie verlost Namen. Menschen zahlen dafür, dass ihre Wunschnamen in Vals Büchern auftauchen. Welche Charaktere diese Namen erhalten, bestimmt Val. Was am Ende der Lesung wartet: „Die typisch deutsche Gaststube downstairs.“ Vorher wird natürlich noch signiert. Danke, Val!