Merkwürdige Zeiten

Heute bin ich an einem Plakat vorbeigegangen, das diesen Titel trug. Ich habe nicht genau hingesehen, aber ich glaube, es handelte sich um eine Ausstellung. Der Titel ist allerdings in meinem Kopf hängen geblieben und ich frage mich: Was bedeutet das, merkwürdige Zeiten? Leben wir in diesen merkwürdigen Zeiten? Was meinen Sie?

Vielleicht wollen Sie einen Text darüber schreiben, ob und wenn ja, warum wir in merkwürdigen Zeiten leben …

Lernen, Nein zu sagen

Jeder Mensch hat nur begrenzt Energie und Zeit zur Verfügung. Und jeder Mensch hat eigene Themen und Aufgaben, denen er sich widmen muss. Daraus ergibt sich zwangsläufig die Notwendigkeit auszuwählen, wofür man seine Zeit und Mittel einsetzt. Aber nicht nur die Notwendigkeit ergibt sich daraus, sondern zugleich das Recht, Themen und Aufgaben anderer Menschen abzulehnen.

Natürlich kann man anderen Menschen bei ihren Themen und Aufgaben helfen und versuchen, Probleme eine Zeitlang mitzutragen. Dabei gilt es aber immer abzuwägen, ob die eigene Kraft dafür reicht. Zudem können wir Probleme von anderen ohnehin nicht lösen und letztlich trägt jeder für sich selbst Verantwortung.

Nein zu sagen, ist aber nicht nur ein Schutz für die eigene Person und eine Beachtung der eigenen Grenzen, sondern zugleich eine Art Wertschätzung des Gegenübers. Denn indem ich es ablehne, die Verantwortung für einen anderen Menschen zu übernehmen, signalisiere ich ihm zugleich, dass ich darauf vertraute, dass er seine Aufgaben und Probleme alleine bewältigen kann.

Wann haben Sie das letzte Mal Nein gesagt? Notieren Sie mindestens zwei konkrete Situationen und beschreiben, wie es Ihnen damit erging. Ob Sie ein schlechtes Gewissen hatten oder es Ihnen gut getan hat, sich abzugrenzen. Hatten Sie das Gefühl, sich rechtfertigen oder erklären zu müssen oder konnten Sie das Nein einfach stehen lassen? Und wie hat Ihr Gegenüber reagiert?