Kranke Identität

Waren Sie vielleicht gerade beim Arzt und haben eine Diagnose erhalten? Haben Sie das Gefühl, diese Diagnose trifft den Kern Ihrer Beschwerden? Hat sie etwas mit Ihnen zu tun?

„Diagnosen sind Namen für ein unbekanntes Drama“, hat Thure von Uexküll, einer der prägenden Ärzte für Psychosomatik im 20. Jahrhundert, gesagt.

Sie sind wie ein Etikette, ein Label, ein Schlagwort. Unzulängliche Hilfsmittel, um sich im medizinischen Bereich untereinander zu verständigen.

Das Problematische – gerade im psychiatrischen Bereich – Menschen beginnen, sich entsprechend ihrer Diagnose zu fühlen und zu verhalten. Sie kennen sicher das Phänomen, dass man zahlreiche Nebenwirkungen zu haben meint, sobald man den Beipackzettel eines Medikamentes liest, das man gerade eingenommen hat.

Wenn wir uns bewusst wären, dass Diagnosen nur Hilfsmittel sind, wäre alles in Ordnung. Doch nur zu häufig gerät der Mensch hinter der Diagnose aus dem Blick.

Vielleicht möchten Sie sich einmal darin versuchen, zu beschreiben, was Sie haben oder hatten als Sie Ihre letzte Diagnose erhalten haben und ob es ggf. ein Wort gibt, dass Ihren Zustand passender beschreibt als die Diagnose, die Sie vom Arzt erhalten haben.

Schreibe einen Kommentar